Handball-Landesligistverliert 28:34 (12:16) gegen Eyendorf und fällt auf letzten Tabellenplatz zurück. Trainer sieht dennoch Aufwärtstrend

Luhdorf/Eyendorf.  Einfach nur "schade" fand Christian Krone, Handballtrainer der SG Luhdorf/Scharmbeck, die 28:34 (12:16)-Heimniederlage seiner Landesliga-Handballer im Derby gegen den MTV Eyendorf. "Da war mehr drin", sagte Krone, der zwischendurch immer wieder hoffen durfte, dass seine Mannschaft als Aufsteiger im Spiel gegen den Verbandsliga-Absteiger den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortsetzen und vielleicht sogar gegen den aktuellen Tabellenzweiten gewinnen würde.

Am Ende hatten sich die Handballer der Spielgemeinschaft aus Luhdorf, Roydorf und Scharmbeck die Niederlage selbst zuzuschreiben. Drei von neun Siebenmetern konnte Tobias Schüürmann nicht gegen Johann Frischkorn im Eyendorfer Kasten versenken. Bis zum 5:8 war es allerdings Schüürmann gewesen, der mit bis dahin schon vier verwandelten Strafwürfen seine Mannschaft im Spiel hielt, die sich in der Anfangsphase auffallend viele technische Fehler und damit verbundene Ballverluste leistete und in Folge dessen gleich in Rückstand geriet. Der hielt sich aber zumeist in Grenzen.

Bei 7:11 patzte Schüürmann erstmals von der Strafwurflinie gegen Frischkorn und konnte im Laufe des Spiels den Eyendorfer Torhüter auch bei einem Tempogegenstoß nicht überwinden. Dennoch kann die Luhdorfer Niederlage nicht an Schüürmann alleine festgemacht werden. Auch seine Mitspieler vermochten die sich bietenden Gelegenheiten nicht beim Schopfe zu packen. Etwa in der zweiten Halbzeit, als sich die SG Luhdorf/Scharmbeck beim Spielstand von 17:19 auf zwei Tore herangekämpft hatte und Eyendorfs Sebastian Petersen einen Siebenmeter über die Querlatte ins Fangnetz wuchtete.

Auch von der roten Karte für Eyendorfs Marcel Borree in der 24. Minute konnte die Heimmannschaft nicht profitieren. Borree hatte gegen Luhdorfs Björn Selle geklammert und wurde dafür von den nicht immer überzeugenden Schiedsrichtern hart bestraft.

Überhaupt waren die Unparteiischen in diesem nicht übermäßig unfair geführten Derby sehr großzügig mit Zeitstrafen und verhängten insgesamt 15 Siebenmeter, neun für die Heimmannschaft und nur sechs für die Gäste, die sich deshalb auch ungerecht behandelt fühlten. Viermal standen während der Partie nur vier Eyendorfer Feldspieler auf der Platte, einmal waren es sogar nur drei. Auch bei den Zeitstrafen lagen die Gäste vorn, mussten acht mal für zwei Minuten aussetzen, gegen die Heimmannschaft wurden nur vier Zeitstrafen verhängt. Und Marcel Borree war auch nicht der einzige Eyendorfer, der vom Spiel disqualifiziert wurde. Zwölf Minuten vor Schluss erwischte es auch noch Sören Salvers.

Beide Trainer waren sich nach dem Spiel darin einig, dass es trotz allem keine besonders unfair geführte Partie war. "Das war ein ganz normales Landesligaspiel", sagte etwa Christian Krone, der trotz der Niederlage zuversichtlich ist, dass seine Mannschaft die Klasse halten wird. "Individuell fehlt uns noch einiges", sagte er. Und hätten seine Spieler die so genannten freien Würfe besser genutzt und sich nicht so viele Aussetzer erlaubt, hätte man am Ende auch nicht so hoch verloren.

"Wir messen uns aber nicht mit Eyendorf, sondern mit den anderen Mannschaften am Tabellenende", sagte Krone, dessen Team nach dieser Derbyniederlage nun aber selbst das Schlusslicht der Liga ist. Krone: "Die Punkte gegen den Abstieg holen wir uns gegen Mannschaften wie Clenze, Celle, die beiden Teams aus Uelzen und Lüneburg. Der bisher einzige Saisonsieg resultiert aus dem 28:23-Auswärtssieg eine Woche zuvor beim HV Lüneburg.

Kampf um den Klassenerhalt also auf der einen Seite. Auf der anderen Seite will Eyendorfs Trainer Uwe Richter von einem möglichen Wiederaufstieg in die Verbandsliga (noch) nichts wissen. "Wir denken zur Zeit nicht daran, sondern nur von Spiel zu Spiel," sagte der Nachfolger von Trainer-Ikone Klaus Gruner. In diesem Derby habe er zeitweise wegen der vielen Zeitstrafen gegen seine Mannschaft den Überblick verloren, wen er noch einwechseln durfte. Richter weiter: "Wir hatten den Gegner jederzeit im Griff und haben im Angriff wenig liegengelassen." Eyendorf bleibt Tabellenzweiter.

Quelle: Hamburger Abendblatt